Der Ratgeber Nagelpilz erläutert, wie Sie Nagelpilz erkennen und behandeln können. In der Nagelpilz-Bildergalerie finden Sie Bilder von Nagelpilz.

Die Behandlung von Nagelpilz dauert und verlangt Geduld und Disziplin.

  • Doch wie sieht ein Nagelpilz überhaupt aus?
  • Und wie kommt der Pilz in den Nagel?

Unser Ratgeber liefert Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um das leidige Thema. Außerdem verrät er Ihnen, wie Sie Nagelpilz erkennen, behandeln und sich vor Ansteckung schützen können.

Zehen unter einer Lupe

Foto: © kei907 – fotolia.com

Ein Befall mit Nagelpilz kommt relativ häufig vor. Keiner von uns ist dagegen gefeit. Die Pilze lauern beispielsweise im Schwimmbad, in der Sauna oder im ausgeliehenen Skischuh. Jeder fünfte Erwachsene hatte schon einmal eine Nagelpilzinfektion.

Bei den über 65-Jährigen trifft es bereits jeden Zweiten. Pilze am Fußnagel treten deutlich häufiger auf, als Mykosen am Fingernagel. Oft wird ein Nagelpilz erst spät erkannt. Wird eine Nagelpilz-Infektion zu spät oder nicht fachgerecht behandelt, kann aus einem kosmetischen Problem eine dauerhafte Beeinträchtigung werden.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was ein Nagelpilz ist, an welchen Symptomen Sie Nagelpilz erkennen, welche Therapie bei Nagelpilz sinnvoll ist, und wie Sie eine Infektion mit Nagelpilz vermeiden.

Symptome: Wie erkenne ich Nagelpilz?

Im Anfangsstadium breitet sich ein Nagelpilz meist von der Außenkante des freien Nagelrandes über die Mitte bis hin zum Nagelwall aus.

Typische Symptome für einen Nagelpilz im Anfangsstadium

  • Die erkrankten Nägel verlieren ihren Glanz.
  • Die Nägel werden nach und nach undurchsichtig und trübe.
  • Im weiteren Verlauf bilden sich auf dem Nagel gelbliche bis grau-bräunliche Flecken oder Streifen.
  • Die Fingernägel und Fußnägel nehmen eine gelbe Farbe an.
Nagelpilz im Anfangsstadium

Anfänglich verläuft die Infektion mit Nagelpilz noch ohne Schmerzen. Doch im Laufe der Erkrankung verändert sich nicht nur das Aussehen des betroffenen Nagels, sondern auch dessen Struktur. Und das ist problematisch. Denn unsere Nägel erfüllen eine wichtige Schutzfunktion. Ohne Nagel ist das empfindliche Nagelbett unserer Finger- und Zehenspitzen schutzlos Erschütterungen und Verletzungen von außen ausgeliefert. Selbst leichter Druck oder Berührungen können bereits Schmerzen auslösen.

Nagelpilz im fortgeschrittenen Stadium

Typische Symptome für einen Nagelpilz im fortgeschrittenen Stadium

  • Die Nagelplatte verdickt sich, und die Nageloberfläche wird uneben.
  • Der Nagel beginnt vorne am freien Nagelrand zu bröckeln.
  • Im weiteren Verlauf löst sich der Nagel vom Nagelbett ab.
  • Im Endstadium ist die Nagelplatte völlig vom Pilz zerstört.

Tipp:

Konsultieren Sie bei Verdacht auf eine Nagelpilzinfektion Ihren Hautarzt schon im Anfangsstadium, sobald sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Sie schützen damit nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Mitmenschen vor einer Ausbreitung der Nagelpilzinfektion. Ihr Dermatologe weist mit Hilfe verschiedener Tests nach, ob Sie tatsächlich einen Fuß- oder Fingernagelpilz haben, und welcher Erreger dafür verantwortlich ist. Und er bespricht mit Ihnen die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen. Hier erfahren Sie, wie Sie Nagelpilz richtig behandeln.

Nagelpilz-Bilder: Wie sieht Nagelpilz aus?

Sie möchten wissen, ob Sie oder ein Verwandter Nagelpilz haben? Klicken Sie sich durch unsere Nagelpilz-Bildergalerie. Diese zeigt Ihnen anhand von Nagelpilz-Bildern, woran Sie einen mit Nagelpilz befallenen Nagel erkennen.

Bildergalerie: Bilder von Fußnagelpilz und Fingernagelpilz

Eine Infektion mit Nagelpilz kann – je nach Erreger – unterschiedlich aussehen. Unsere Nagelpilz-Bildergalerie zeigt Ihnen die verschiedenen Erscheinungsformen einer Nagelpilzinfektion. Konsultieren Sie bitte Ihren Hautarzt, wenn Sie den Verdacht haben, sich mit Nagelpilz angesteckt zu haben.

Mit Nagelpilz befallener Nagel


Von Nagelpilz bräunlich verfärbter Nagel


Distolaterale subunguale Onychomykose: Verfärbungen des Nagelbetts sind ein typisches Anzeichen für eine Nagelpilzinfektion. Mediziner bezeichnen diese Form des Nagelpilzes als distolaterale subunguale Onychomykose (DSO). Das Bild zeigt den bräunlich verfärbten, mit Nagelpilz infizierten Nagelbereich. Vom freien Nagelrand her breitet sich der Nagelpilz unter der Nagelplatte entgegen der Wachstumsrichtung des Nagels aus.

Subunguale Hyperkeratose: Bei der subungualen Hyperkeratose kommt es unter der Nagelplatte zu einer vermehrten Hautzellbildung. Die Nagelplatte ist gelb-weißlich verfärbt. Der Nagel auf dem Bild ist am vorderen Rand bereits verdickt und brüchig. Die subunguale Hyperkeratose führt dazu, dass sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt und im Endstadium komplett vom Nagelbett ablöst.

Gelb-weißlich verfärbte Nagelplatte


Spitz zulaufender, Nagelpilz infizierter Längsstreifen mittig des Nagels


Dermatophytom oder Gletschernagel: Der Nagelpilz breitet sich ausgehend vom freien Nagelrand aus. Der infizierte Nagelbereich hat sich gelb-bräunlich verfärbt. In der Mitte der Nagelplatte ist ein spitz zulaufender Längsstreifen zu sehen. Innerhalb dieses Längsstreifens befindet sich eine Ansammlung von dickwandigen großen Pilzsporen.

Fußnagelpilz: Fußnagelpilz ernährt sich vom Keratin im Nagel, das macht die Nagelstruktur brüchig. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass sich die Nagelplatte zum vorderen Nagelrand hin gelb-weißlich verfärbt hat, deutlich verdickt ist und krümelige Veränderungen aufweist. Innerhalb des Nagels können Hohlräume entstehen, in die sich die Pilze zusätzlich einnisten.

Brüchige Nagelstruktur durch Nagelpilz


Von Nagelpilz schwarz gefärbter, trüber Nagel


Nagelpilz-Bilder: Das Aussehen von Nagelpilz kann sehr stark variieren. Hier hat sich der Nagel schwarz gefärbt und ist trüb. Am vorderen Rand hat sich die Nagelplatte bröckelig verändert. Ein Nagelpilz heilt nicht von alleine aus. Konsultieren Sie einen Dermatologen, wenn Sie den Verdacht haben, an Nagelpilz erkrankt zu sein.

Nagelpilz-Bilder: Auf diesem Fußnagelpilz-Bild ist deutlich zu erkennen, dass die seitlichen Nagelränder an beiden großen Zehen befallen sind. Nagelpilz breitet sich in der Regel von den Rändern zur Mitte hin aus. Ohne Behandlung greift der Fußnagelpilz womöglich auf andere gesunde Zehennägel über.

Nägel mit seitlichem Befall von Nagelpilz


Gelb-bräunlichen Verfärbungen durch Nagelpilz


40 Prozent Pilzbefall der Nagelplatte: Die gelb-bräunlichen Verfärbungen erstrecken sich über die gesamte Breite des Nagels und weisen auf eine beträchtliche Menge an Pilzen hin. Eine hohe Anzahl von Pilzen sitzt hier dicht gepackt auf engstem Raum im erkrankten Nagel. Die Nagelmatrix ist nicht betroffen.


Alle Bilder der Nagelpilz-Galerie stammen aus den klinischen Studien zur Wirksamkeit des medizinischen Nagellacks Kitonail.1

Definition Nagelpilz – wie entsteht er?

Im Laufe der Evolution haben sich einige Pilzarten darauf „spezialisiert“, sich als Parasiten auf unseren Nägeln und unserer Haut anzusiedeln.
Hauptnahrungsquelle dieser Pilze ist Keratin. Keratin ist ein natürliches Protein und Hauptbestandteil unserer Haut, unserer Haare und unserer Nägel.

Diese Pilze sind winzig und nur unter einem Mikroskop zu erkennen. Sie können jede Stelle unserer Haut, unserer Haare sowie unserer Fingernägel und Fußnägel befallen. Sind Finger- oder Fußnägel mit einem Pilz infiziert, sprechen Mediziner von einer Nagelpilzinfektion. Das Fachwort für diese Erkrankung lautet Onychomykose (von „Onycho“ = Nagel, „Mykose“ = Pilzinfektion).

Fußpilz und Fußnagelpilz werden durch die gleichen Erreger übertragen. Deshalb geht ein Fußnagelpilz oft mit einem Fußpilz einher. Häufig liegt es daran, dass Betroffene eine Fußpilzinfektion nicht rechtzeitig behandeln. Im weiteren Verlauf breitet sich der Pilz entlang der Zehen aus und infiziert zusätzlich die Fußnägel mit Nagelpilz. Ein unbehandelter Nagelpilz kann sich umgekehrt auch vom infizierten Fußnagel auf die Füße, die Hände und weitere Hautbereiche ausbreiten.


Gruen-blaue Fussabdruecke

Foto: © ExQuisine – fotolia.com

Was sind die häufigsten Nagelpilz-Erreger?

Als Verursacher von Nagelpilz kommen drei Arten von Pilzen in Betracht:

Nagelpilz-Erreger Häufigkeit
Fadenpilze (Dermatophyten) sehr häufig
Schimmelpilze selten
Hefepilze sehr selten

Haupterreger von Nagel- und Fußpilz ist der Fadenpilz Trichophyton rubrum. Dieser Fadenpilz ist für rund 80 Prozent aller Nagelpilzinfektionen verantwortlich. Trichophyton rubrum ist in der Lage, unser Immunsystem so auszutricksen, dass trotz des Parasitenbefalls keine zelluläre Immunantwort ausgelöst wird. Das heißt, die körpereigene Abwehr wird trotz Pilzbefalls nicht aktiv. Deshalb heilt Nagelpilz auch nie von alleine aus und muss unbedingt behandelt werden.

Gepflegte Haende und Fuesse

Foto: © Africa Studio – fotolia.com

Fingernagelpilz oder Fußnagelpilz: Welche Nägel trifft es am häufigsten?

Zu 80 Prozent sind bei einer Nagelpilzinfektion die Fußnägel betroffen. Am häufigsten trifft es die äußeren Zehen, also den kleinen und den großen Zeh. Das liegt daran, dass Füße und Fußnägel im Alltag stärkeren Belastungen ausgesetzt sind als Fingernägel. Schnell entstehen durch zu enge Schuhe oder sportliche Überbeanspruchung kleine Mikroverletzungen an den Nägeln. Diese dienen den Pilzen als willkommene Eintrittspforte. Begünstigt wird das Pilzwachstum durch ein feuchtwarmes Klima in unseren täglich getragenen Lieblingsschuhen.

Nur 20 Prozent der Erkrankten haben einen Fingernagelpilz. An den Fingern trifft es vor allem die Nägel von Daumen und Zeigefinger.

Nagelpilz-Ansteckung: Wie kommt der Pilz in den Nagel?

Gesunde Fingernägel und Fußnägel bilden eine natürliche Schutzbarriere gegen Pilzerreger. Ist ein Nagel verletzt oder brüchig, können sich Pilze im Nagel einnisten. Kleinste Mikroverletzungen durch einen drückenden Schuh oder einen eingerissenen Nagel reichen den Pilzen als Schlupfloch.

Woher stammen die Nagelpilz-Erreger?

Hand und Fuß

Verpilzte Hautzellen: Zu den häufigsten Infektionsquellen zählen verpilzte Hautzellen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch und – einmal infiziert – am eigenen Körper. Denn ein Mensch verliert täglich Tausende von Hautschuppen. Die Pilzerreger verteilt ein Erkrankter breitflächig beim Barfußlaufen, beim Abtrocknen mit dem Handtuch oder beim Anziehen.
Tipp: Ziehen Sie bei Fußnagelpilz oder Fußpilz zuerst die Socken (60-Grad-Wäsche!) an und erst danach die Unterhose. So vermeiden Sie den „Fahrstuhleffekt“, der die verpilzten Hautschuppen vom Fuß in die Leistengegend transportiert.

Hand und Fuß

Pilz-Vorerkrankung: Da Fußnagelpilz und Fußpilz die gleichen Erreger haben, begünstigen sie sich gegenseitig. So gesellt sich zu einem unbehandelten Fußpilz schnell ein Fußnagelpilz und umgekehrt.

Hand und Fuß

Schwimmbad und Sauna: Pilze lieben das feuchtwarme Klima nasser öffentlicher Einrichtungen und gedeihen unter diesen Bedingungen prächtig.

Hand und Fuß

Schuhgeschäfte: Schuhe in Schuhgeschäften anprobieren ohne Probesocken/Strümpfe birgt ein hohes Ansteckungsrisiko. Eine Studie in einem Schuhgeschäft zeigte auf, dass über 60 Prozent der zum Anprobieren zur Verfügung stehenden Schuhe, mit Pilzen und Pilzsporen infiziert waren.

Hand und Fuß

Badezimmer: Ein weiteres Infektionsrisiko bergen die eigenen vier Wände, vor allem das Badezimmer. Die Pilzerreger gelangen über verpilzte Hautzellen und pilzbelastete Textilien (z. B. Handtücher, Badematten und Strümpfe) zu ihrem nächsten Opfer.
Tipp: Wer an Nagelpilz erkrankt ist, sollte täglich neue Handtücher verwenden und sein Handtuch mit keiner anderen Person teilen. Wäsche, die in Kontakt mit dem Nagelpilz gekommen ist (Handtücher, Socken etc.), waschen Sie bei mindestens 60°C. Ist das nicht möglich, dann verwenden Sie einen Hygienespüler.

Extratipp:

Halten Sie beim Feilen und Schneiden Ihrer Fußnägel die Füße über die Badewanne, damit Sie keine verpilzten Nagelreste im Bad verteilen. Die Fingernägel schneiden Sie über dem Waschbecken. Spülen Sie anschließend die abgefeilten und abgeschnittenen Nagelspäne in den Abfluss.

Viele weitere Tipps erhalten Sie in unserer Rubrik Tipps bei Nagelpilz.

Tipps zur Nagelpilz-Behandlung

Nagelpilz heilt niemals von alleine. Er muss behandelt werden. Je eher, desto höher sind die Heilungschancen. Die Behandlung von Nagelpilz erfordert etwas Geduld. Sie ist erst dann beendet, wenn der gesunde Nagel vollständig nachgewachsen ist. Die durchschnittliche Behandlung von Fingernagelpilz dauert bis zu 6 Monate. Bei Fußnagelpilz müssen Sie zwischen 9 und 12 Monaten einplanen. Je nach Stärke des Nagelpilzbefalls eignen sich zur Behandlung von Nagelpilz verschiedene Therapieformen:

  • Antimykotischer Nagellack: Ist nur die Nagelfläche betroffen, reicht ein Anti-Pilz-Lack wie beispielsweise Kitonail wirkstoffhaltiger Nagellack aus.
  • Tabletten: Ist auch die Nagelwachstumszone vom Nagelpilz befallen, ist die zusätzliche Einnahme von Tabletten notwendig.

Mehr zum Thema Behandlung von Nagelpilz mit Nagellack, Tabletten, Hausmitteln oder Laser erfahren Sie hier:

Nagelpilz-Behandlung: Was hilft wirklich gegen Nagelpilz?

Quellen:
1) Baran R et al. An innovative water-soluble biopolymer improves efficacy of ciclopirox nail lacquer in the management of onychomycosis. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2009 Jul; 23(7): 773-81.